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Klara
Dienstag, 22. August 2017
"Sex macht uns zum Menschen"
Montag, 7. August 2017
Die Dating-Welt stresst mich.
Viele Gedanken, viel Stress und die Motivation mal wieder einen Eintrag zu verfassen führen mich heute auf meinen Blog :)
Ich schreib einfach mal los und hoffe, dass was gutes dabei rauskommt:
Die Dating-Welt stresst mich.
Ich habe hier vor ein paar Monaten schon über eine negative Erfahrung geschrieben. Ich hätte mir den Eintrag vielleicht noch einmal durchlesen sollen, weil es sein kann, dass sich hier jetzt einiges wiederholt. Aber egal!
Ich bin Männern gegenüber viel schüchterner geworden seit ich weiß, dass ich asexuell bin. Das ist zwar nicht schlimm und ein bisschen schüchterner zu werden ist vielleicht auch gut. ABER ich war vorher schon wählerisch und jetzt habe ich das Gefühl ich "sortiere nur noch aus".
Wenn mir ein Mann zu nahe kommt bekomm ich sofort Panik und flüchte aus der Situation. Am liebsten würde ich wohl sofort in der Mitte einer Beziehung starten - das Kennenlernen und die ersten Schwierigkeiten überspringen und mich gleich wohlfühlen.
Nur leider funktioniert das so nicht...
Und deshalb lerne ich neue Männer kennen, lasse sie etwas an mich heran und entweder verlieren dann sie die Geduld bzw. das Interesse ODER ich blocke sie plötzlich wieder ab.
Die letzten beiden Male, als ich kurz davor war mich bei jemandem zu outen und mich vielleicht auf eine Beziehung einzulassen, wurde ich plötzlich zurückgewiesen/ignoriert. Das hilft meinem Selbstbewusstsein und Mut natürlich überhaupt nicht.
Da habe ich immer das Gefühl, ich finde nie mehr jemanden der es mit mir aushält.
Und trotzdem lerne ich wieder jemanden kennen und alles fängt von vorne an: die Gedanken, wann man sich outen sollte; das ganze Gerede, dass man als Asexuelle ja keinen Sexuellen "verführen" sollte, wenn man nicht dazu bereit ist seine Bedürfnisse zu erfüllen; die Zweifel ob das trotzdem gut gehen kann;...
Viele meiner sexuellen Freunde sagen mir "wenn dich jemand wirklich liebt, ist ihm egal ob ihr Sex habt oder nicht. Es gibt so viel wichtigeres in einer Beziehung." aber über 90% dieser Freunde sagen etwas später "also ich könnte mir ja nie eine Beziehung ohne Sex vorstellen."
Und das ist einfach Bullshit.
Ich fühle mich bei sowas oft belogen.
Und die logische Lösung dafür ist - ich weiß - einen Asexuellen zu daten.
Aber wisst ihr wie schwierig das ist?! Es sind ca. 1% der Menschen asexuell. Ein Teil davon ist aromantisch/homoromantisch, also keine Option für mich. Dann bleiben nicht mehr besonders viele übrig und dann gibt's noch dieses Problem, dass asexuelle Männer es viel schwerer haben sich zu outen, weil auf Männern ein noch größerer Druck lastet, sexuell aktiv zu sein.
Und all diese Gedanken, die in dieser "Schwafelei" hier von mir aufgeschrieben wurden, führen dazu, dass mich die Dating-Welt stresst.
Ich wünsche mir so sehr nicht mehr romantisch zu sein. Ich verfluche mein Bedürfnis nach einer Beziehung so sehr.
Ich habe heute leider keinen fröhlichen Schlusssatz für euch. Aber ich geb mir Mühe, dass ich bald wieder andere Einträge schreiben kann, die optimistischer und ausklärender sind!
In der Zwischenzeit bin ich froh um jede ehrlich gemeinte Nachricht und vl. "Erfahrungsberichten" von anderen Asexuellen.
Danke! <3
Dienstag, 4. Juli 2017
Sind wir LGBTQIA+ und/oder "queer"?
Wer mich kennt weiß, dass ich auf Facebook ziemlich aktiv bin.
Ich poste zwar nicht so oft selber, folge aber einigen Seiten und lese & like vieles.
Mir ist es wichtig, dass ich bei guten Aussagen oder Artikeln mit meinem "Gefällt mir" zeige, dass ich die Botschaft gut finde.
Eine sehr gute Freundin von mir macht mich des öfteren auf Postings aufmerksam, die meinen Interessen entsprechen. In diesen Postings geht es oft um LGBTQ+ Themen und Asexualität.
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Zuerst einmal zu den Begriffen im Titel dieses Blogeintrags:
L esbian (lesbisch)
G ay (schwul)
B i (-sexuell)
T ransgender
Q ueer
I ntersex (=Menschen die nicht klar in die Kategorien männlich/weiblich "eingeteilt" werden können)
A sexual ODER Ally (=Verbündeter)
+ (steht quasi für alle Orientierungen/Geschlechtsidentitaten die nicht mit einem der Buchstaben bereits einbezogen wurden)
Das ganze Kürzel steht für die Community, die aus Menschen besteht, die nicht hetero oder cisgendered (=das Geschlecht als das man geboren wurde und das Geschlecht mit welchem man sich identifiziert stimmen überein) sind.
Das *A* stand zuerst für "Ally", also die Verbündeten aus der 'Heterowelt' die sich für die Rechte der Community einsetzen oder auch Menschen die sich lieber als Ally bezeichnen um ihr Interesse an der Community zu erklären bevor sie sich outen wollen.
"Queer" kann z.B. mit seltsam oder sonderbar übersetzt werden und steht im Bezug auf die LGBTQIA+ Community für das "von der Norm abweichen".
Zuerst wurde das Wort gegen Lesben und Schwule verwendet, aber irgendwann hat diese community es angenommen und zu einem positiveren Wort gemacht.
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Wer diesen Blog schon länger verfolgt oder sich mit mir offen über das Thema (A)Sexualität unterhält, weiß, dass ich diesen Begriff auch für mich selber verwende.
Umso betroffener war ich, als ich vor kurzem auf Facebook auf einer LGBTQ+ Seite einen Artikel zum Thema Asexualität gelesen hab. Der Artikel war super und hat Asexuelle dazu aufgefordert von ihren Erfahrungen zu berichten. Allerdings waren die Kommentare unter dem Artikel sehr verletztend.
"Homo-/biromantische Asexuelle sind bei uns natürlich willkommen, aber Heteros die keinen Sex wollen sind nicht queer!" war die Kernaussage vieler.
Na toll! Die Heterosexuellen wollen uns nicht ("Nein, Beziehung ohne Sex geht auf keinen Fall!"/"Das ist nicht normal!")und die Community in der wir uns wohlfühlen würden erkennt uns anscheinend auch nicht an.
Und wieder einmal ist Asexualität eine unsichtbare Orientierung und wir machen nochmal Rückschritte was die Offenheit dafür betrifft..
Vor allem: wie diskriminierend von einer Community die eigentlich dafür steht Diskriminierung von 'Randgruppen' zu beseitigen!
Ich wurde leider nicht das 1. Mal von der LGBTQ Community vor den Kopf gestoßen.
Aber es denken natürlich nicht alle so!
Ich habe auch sehr tolle Menschen aus der LGBT Community in meinem Leben oder online getroffen, die verstehen wie es ist, sich in der "Heterowelt" nicht wohlzufühlen und wissen wie wichtig es ist, eine Gruppe zu haben, in der man Bestätigung bekommt, dass die Dinge die man fühlt (oder auch nicht fühlt) nicht falsch oder schlecht sind.
Ob wir (heteroromantische) Asexuelle je ganz von der LGBTQIA+ Community als Mitglieder akzeptiert werden ist unklar. Aber ich werde sicher nicht aufhören mich als Teil davon zu sehen nur weil ein paar Menschen finden ich habe kein Recht darauf. Und die Freiheit mich selbst "queer" zu nennen werde ich mir auch nicht nehmen lassen!
Auch wenn das vielleicht bedeutet, dass ich mich in der Community noch vielen Diskussionen stellen muss.
Dienstag, 27. Juni 2017
Sexuelle Orientierung ≠ romantische Orientierung
Vor ein paar Wochen hat sich jemand bei mir geoutet. Diese Person hatte leichte Schwierigkeiten ihre Orientierung in Worte zu fassen, weil sie irgendwie "Bi" ist und irgendwie auch nicht.
Ich dachte zuerst auch, dass ich nicht asexuell sein kann, denn immerhin bin ich in der Lage mich in Männer zu verlieben!
Was das andere Geschlecht angeht ist diese Person - einfach ausgedrückt - asexuell.
Aber zu sagen "ich bin biromantisch, homo-/heterosexuell und asexuell wenns um [Geschlecht] geht" ist eben kompliziert und bringt vermutlich sehr viel Erklärungsbedarf mit sich.
(Wie gut das Beispiel ist kann ich nichr beurteilen, ich finde es macht Sinn :P)
Du findest sie ästhetisch anziehend/attraktiv, aber nicht romantisch oder sexuell.
Dein Empfinden welche/s Geschlecht/er du gutaussehend finden kannst unterscheidet sich also von deiner sexuellen Orientierung.
Donnerstag, 25. Mai 2017
Ein Aufruf
Heute vor genau einem Jahr habe ich mich das erste Mal mit Asexualität auseinandergesetzt. Ich hab mich 'damals' gefühlt wie neu geboren!
Morgen jährt sich dann mein 1.Outing und ich möchte an dieser Stelle meiner besten Freundin dafür danken dass sie diesen Meilenstein so unfassbar leicht gemacht hat. <3
Ich habe in diesem Jahr einige Gespräche über meine sexuelle Orientierung geführt und zahlreiche Fragen beantwortet.. Aber trotzdem merke ich, dass viele immer noch nicht ganz verstehen was das alles bedeutet und wie man damit umgehen soll.
Deshalb, mein Aufruf an alle von euch denen ich wichtig bin:
REDET MIT MIR!! Stellt Fragen, setzt euch mit mir auseinander und hört auf voreilige Schlüsse zu ziehen.
Ich bin froh wenn ich offen reden darf und finds toll wenn ich meinen Mitmenschen das ganze näher bringen kann..
Und wenn es wirklich stimmt dass 1% der Weltbevölkerung sich mit einer der Orientierungen des Asexuellenspektrums identifizieren kann, dann ist es sehr wahrscheinlich dass ihr noch öfter aus "Menschen wie mich" stoßen werdet!
Also informiert euch bei mir um es dem nächsten Asexuellen in eurem Leben leichter zu machen!
Freitag, 14. April 2017
(online) dating
Also: online dating.
Das klingt leichter bzw. unkomplizierter als es ist. Denn die gewöhnlichen Onlineplattformen auf denen meine Freunde sich bewegen *hust* Tinder *hust-hust* oder die Seiten die im Fernsehen beworben werden (Parship, Elitepartner,...) sind eher für die sexuelle Bevölkerung gedacht.
Ich habe mir zwar überlegt, ob ich mich bei einer davon anmelden und mich "einfach" in der Personenbeschreibung outen soll, aber ich habe dann doch zu viel Angst davor zu viele negative Reaktionen zu bekommen.
Und dann?
Im Umkreis von 50km (!) gabs EIN aktives Mitglied, das meinen gesuchten Angaben entsprach.
Nachdem ich die Einstellungen zu "auch nicht perfekte Treffer anzeigen" geändert habe, waren 5 Männer innerhalb eines 60km (!) Radius gefunden. Allerdings waren 3 davon aus verschiedenen Gründen (zu alt, inaktiv,...) ZU unpassend. Unter den verbleibenden 2 ist natürlich wieder das selbe Mitglied wie bei der ersten Suche.
Na toll. Also ist meine Auswahl bei dieser Seite - wenn ich keine Fernbeziehung starten will - ziiiiemlich begrenzt.
Dann habe ich eine andere, internationale Datingseite für Asexuelle gefunden: Asexualitic
Mit der begrenzten Mitgliedschaft kann ich leider keine Mitglieder direkt anschreiben und auch keinen Gruppen beitreten.
Aber ich habe einen Weg gefunden trotzdem Menschen mit dieser Plattform kennenzulernen. Ich habe auf meinem Profil ein paar Wege aufgelistet wie man mich kontaktieren kann und bin in der Lage Freundschaftsanfragen zu verschicken. Manche Männer haben ebenfalls Konktaktmöglichkeiten aufgelistet.
Das klingt soweit alles nicht schlecht. Nur leider ist diese Plattform wie gesagt international. Und 99,5% der Männer darauf wohnen nicht in Deutschland. Und die wenigen Deutschen die diese Seite nutzen leben hunderte Kilometer entfernt oder haben so gut wie keine Gemeinsamkeiten mit mir. :(
Naja. Ich habe trotzdem mit 5 Männern Kontakt aufgebaut und versucht sie besser kennenzulernen. Aber wie es scheint bin ich nicht die einzige, die keine Lust darauf hat eine Fernbeziehung aufzubauen.
Mir bleibt also momentan zu hoffen, dass ich doch noch Glück habe und jemanden online kennenlerne, der nicht zu weit weg wohnt und außerdem noch Interessen mit mir teilt oder ich ziehe nach Großbritannien oder Irland - da gibts nämlich richtig attraktive Asexuelle ;-)
Fakt ist wenn sich auf dem Gebiet was entwickelt werdet ihr es hier sehr wahrscheinlich erfahren!
Montag, 27. März 2017
Auswirkungen meiner Offenheit
Ich finde es deshalb immer sehr schön zu hören oder sogar zu erleben, dass meine Offenheit mit euch und anderen Menschen in meinem Leben Auswirkungen hat.
Meine Mama war bei meinem Familienouting am meisten "geschockt". Das ist völlig okay, denn sie hatte einfach noch nie von der Existenz von Asexualität gehört und ich denke jedes Elternteil wünscht sich für sein Kind ein "normales" Leben mit so wenig Komplikationen wie möglich. Nach ein paar aufklärenden Gesprächen und meiner Art locker immer wieder was über meine Orientierung und wie's mir dabei geht zu erzählen, war sie aber wie der Rest der Familie sehr unterstützend.
Ich war auf jeden Fall sehr gerührt, dass sie offen wäre, für so einen Charakter in einer Serie und dass sie offenbar genug über Asexualität nachgedacht hat, um so eine Vermutung zu äußern.
