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Mir ist es wichtig vielen Menschen von Asexualität zu erzählen und mögliche Vorurteile und Unklarheiten zu beseitigen.
Für Fragen und (konstruktive) Kritik bin ich jederzeit offen!
Danke fürs Lesen :)
Klara
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Dienstag, 14. Januar 2020

Sex: Explained - Folge 2

Ja, ich wollte wieder regelmäßiger Blogeinträge schreiben. Aber es fehlt mir oft an Zeit und außerdem an Themen, die mich genug motivieren.

Aber Letzteres hat sich diese Woche geändert.

Nachdem ich letztes Jahr die Doku-Serie "Explained" auf Netflix für mich entdeckt habe, war ich begeistert, als Anfang 2020 die Sonderstaffel "Sex: Explained" veröffentlicht wurde.
Die 5 Folgen waren betitelt mit:
1.Sexuelle Fantasien
2.Anziehung
3.Verhütung
4.Fruchtbarkeit
5.Geburt

Ich habe vor kurzem erst mit einer guten Freundin darüber geredet, dass ich hoffe, dass die Serie nicht (zu) heteronormativ aufgebaut ist und, dass ich hoffe, dass sie in Folge 2 über alle sexuellen Orientierung reden. Auch Asexualität.

Aber leider wurde ich da enttäuscht.
Eine komplette Folge über Anziehung und sexuelle Orientierung, 16 Minuten Inhalt und KEIN EINZIGES MAL wurde auch nur angedeutet, dass nicht jeder Mensch sexuelle Anziehung empfindet.
Kein. Einziges. Mal.

Ich sage ja nicht, dass man aus Asexualität einen großen, genauer erklärten Teil einer Serie machen muss, die "Sex: Explained" heißt...

Aber:
Wenn ich zurückdenke an mich selbst vor ca. 4 Jahren.. auf der Suche nach Antworten, verunsichert wieso ich diese (sexuelle) "Anziehung" von der alle sprechen und schwärmen noch nie empfunden habe, eingeschüchtert von einer Welt, in der *SEX SELLS* das Gesetz zu sein scheint und in der Sex anscheinend alles ist, was Menschen schon beim ersten Kennenlernen als eine Art "Ziel" im Auge haben.

Diese Gedanken von "kaputt" und "nicht liebenswert" sein, die ich jahrelang in mir hatte, weil ich nicht wusste, dass ich damit nicht alleine bin. Dass ich damit sogar "OKAY" bin.

Wenn ich mich an diese Zeit zurückerinnere, dann wäre ich unfassbar froh über 2 Sätze in einer Serie über Sex und sexuelle Anziehung, die erklären, dass nicht jeder Mensch sexuelle Anziehung empfindet. Und dass das okay ist.

Mehr erwarte ich gar nicht.

Vor allem würde das nicht nur Asexuellen helfen - zum einen um sich selber zu finden und zum anderen um sich verstanden/akzeptiert zu fühlen - sondern auch sexuellen Menschen.
Und vor allem den zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Asexuellen und Sexuellen.

Aber die kompletten 16 Minuten waren darauf ausgelegt, wie individuell sexuelle Anziehung ist (aber mit der Andeutung, dass jeder Mensch diese empfindet), was welche Bevölkerungsgruppen eher als anziehend empfinden und was dabei hilft, auf andere Menschen anziehend zu wirken.

Als jemand, der immer und immer wieder erklären muss, dass man als normaler, gesunder Mensch ohne (sexuellem) Trauma nicht unbedingt sexuell angezogen ist von anderen und damit jedes mal auf Unverständnis und Verwirrung trifft (wenn's gut läuft!) Wär's wirklich schön aus der Medienwelt, die ich so sehr liebe und zu unterstützen versuche, etwas Hilfe zu bekommen.

Repräsentation ist so wichtig.
Aufmerksamkeit zu schaffen für queere Themen und Menschen ist so wichtig.

Denn wenn fast niemand weiß, dass asexuelle Menschen existieren, bleiben wir weiterhin diese unsichtbaren Außenseiter, die für jede kleine Portion Verständnis kämpfen müssen.

Freitag, 22. Dezember 2017

Un-geoutet - alles nochmal von vorne.

Ich habe vor ein paar Monaten mit einem neuen Job angefangen. Da hab ich viel zu tun und ich komm deshalb wirklich kaum dazu, neue Blogeinträge zu schreiben.
Ich entschuldige mich also hiermit für meine lange Abwesenheit!

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Ich bin eigentlich überall geoutet:
In der Familie, in den verschiedenen Freundeskreisen,.... Dank diesem Blog und meiner guten Beziehung zu ihnen sogar bei meinen ehemaligen Arbeitskollegen!

Aber vor 3 Monaten habe ich bei einer neuen Firma angefangen und habe beschlossen, mich zwar nicht als Sexuelle auszugeben, aber mich auch nicht gleich zu outen.

Ich wollte nicht, dass ich als "die Prüde" oder so etwas gelte, nur weil sich manche Arbeitskollegen nicht die Mühe geben es zu verstehen.

Und wie eigentlich immer, wenn man ungeoutet ist, gehen die Mitmenschen davon aus, dass man heterosexuell ist.
Mich als hetero zu sehen ist nicht schlimm. Es ist ja auch sehr nah an der Wahrheit dran! Und meistens bespricht man (zum Glück) sowieso nicht sein Sexleben mit (neuen) Arbeitskollegen.

Allerdings sind bestimmte Gespräche schon vorgekommen und die haben dazu gesorgt, dass ich mich nicht ganz wohl gefühlt habe in meiner Haut.

Zum Beispiel hat eine Arbeitskollegin zu mir und einer weiteren Kollegin gesagt "...naja, nach ein paar Jahren Beziehung wird der Sex meistens langweilig. Da muss man schauen, wie man sonst mit dem Partner klar kommt!"
Und da bin ich nur kommentarlos daneben gesessen und wusste nicht wirklich, was ich denken oder sagen soll.

Ein anderes Mal wurde die Tinder-Aktivität eines Kollegen relativ ausführlich besprochen. Das wurde mir auch irgendwann unangenehm, weil er Sex wie eine Art "Sportart für jeden" behandelt hat. Und für mich ist das eben ziemlich unvorstellbar.

Der neue Job ist toll und meine Arbeitskollegen sehr lieb. Also wäre die Grundlage für ein Outing schon vorhanden. Aber ich habe eben noch Angst davor, dass es einige nicht verstehen könnten und ich dann mit anderen Augen gesehen werde.
Und das kann man als "die Neue" nicht unbedingt brauchen.

Deshalb verstecke ich momentan noch einen Teil meiner Persönlichkeit. Aber ich hasse das immer wieder! Ich bin einfach gerne 100% ich selbst. Und ungeoutet bin ich das einfach nicht.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ungeouteten Menschen geht, die in einer Beziehung mit einem gleichgeschlechtlichen Partner sind und nicht offen über ihre Beziehung reden können. Das muss noch einige Stufen schlimmer sein.

Noch ein Grund mehr also, für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen, damit meine queeren Mitmenschen in Zukunft noch offener sie selbst sein können - in allen Lebenslagen!