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Klara
Samstag, 31. Oktober 2020
Symbole von Asexuellen Part 2: die Ace Pride Flag
Mittwoch, 28. Oktober 2020
Symbole von Asexuellen Part 1: der "Ace-Ring"
Sonntag, 11. Oktober 2020
Outing in der Datingwelt
Mittwoch, 2. September 2020
Sexualisierter Humor
Donnerstag, 8. August 2019
Pride 2019
Das hat mich wieder motiviert weiterzumachen und ich nehme mir vor, mindestens 1x im Monat nen Post zu schreiben.
das sind Veranstaltungen, die weltweit stattfinden, auf denen die Vielfalt von sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten offen gefeiert wird. Also alle "nicht-heteros" und "nicht-cis**"-Menschen zeigen da mit Stolz (=Pride), dass sie eben so sind wie sie sind.
Oft gibt's eine Parade, in der auch mit Regenbogen geschmückte Wagen durch die Stadt fahren und anschließend eine große Party.
Es war UNGLAUBLICH toll!
Ich war einfach 100% ich selbst und das in der Öffentlichkeit!!
Lesben, Schwule, Bisexuelle, Pansexuelle, Nonbinaries, Trans*Menschen,......
Und JA! Auch andere Asexuelle waren dabei!!
Ich freu mich schon drauf den zu sehen!
Es war richtig schlimm nach der Parade und dem Feiern, wo man von unzähligen Regenbögen umgeben war, wieder in die normale, graue Welt einzutauchen. Ich würde lieber in einer Stadt leben, in der durchgehend alle so offen und gut drauf sind wie bei der Pride.
Sonntag, 17. Juni 2018
Mut, Hilfe & Dankbarkeit
Einige waren "okay" mit Schwulen und Lesben, fanden aber alles was darüber hinaus ging (Bi/Pan/...) nicht glaubwürdig und "zu viel".
Der erste Vorschlag, den ich fand war AVEN. Das "Asexual Visibility and Education Network". Das ist ein Netzwerk, das über Asexualität aufklären und darauf aufmerksam machen will. AVEN gibt's auch auf Deutsch, war aber offensichtlich nicht in meinen ersten paar Google-Ergebnissen dabei.
Ich habe immer wieder das Erlebnis, dass ich einen Satz sage wie "über das hab ich mal einen Blogeintrag geschrieben!" und positiv überrascht wurde, wenn mein Gesprächspartner mit "ja, stimmt. Den hab ich gelesen!" antwortet.
Mir ist wirklich micht bewusst, wie viele meiner Freunde (und hoffentlich auch Familienmitglieder) meinen Blog verfolgen! Und ich möchte euch aufrichtig für eure Unterstützung danken! :)
Ich habe erkannt, dass es in meinem Leben schon seit Jahren asexuelle Personen gab! Und jüngere "Queers" sind mit ihren Fragen zu mir gekommen und wollten von mir unter anderem Tipps zu Outings der Familie gegenüber hören.
Happy Pride Month! :)
Montag, 26. Februar 2018
Empfinden und Handlung
Ab und zu, wenn ich mich bei Freunden oute, passiert es, dass ich folgende Aussage höre:
"Vielleicht bin ich das auch!"
Mit Begründungen wie beispielsweise:
"Ich brauch nicht unbedingt Sex"
Oder
"Ich bin ja auch so schüchtern und wählerisch bei der Männer-/Frauenwahl!"
Mit den Menschen rede ich dann meistens genauer darüber, ob das Asexualität sein könnte. Und dabei ist vor allem eines wichtig: was man fühlt und was man tut sind unterschiedliche Dinge.
Kurz: es gibt Sexuelle, die keinen Sex haben und es gibt Asexuelle, die Sex haben.
Asexuell zu sein bedeutet, keine sexuelle Anziehung zu spüren. Also, dass man keiner Person gegenüber das Verlangen nach sexueller Handlung hat. Oder (um auch die Grauzonen der Asexualität miteinzubeziehen) nur ganz selten oder unter besonderen Umständen.
Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass der so genannte "Sex Drive" (=Sexualtrieb/Geschlechtstrieb/Libido) im Grunde nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun hat. Der Sex Drive ist etwas, das mit dem eigenen Körper zu tun hat. Man spürt das Verlangen nach sexueller Handlung (wichtig: nicht unbedingt mit einer anderen Person!), Stimulation der Geniatalien etc.
Der Sex Drive ist wichtig für die Erhaltung der Menschheit - ohne ihn würden wir vermutlich aussterben.
Nun ist es eben so, dass es viele Menschen gibt, die eine sexuelle Orientierung UND einen "normalen" Sex Drive haben. Und dann gibt es:
- Sexuelle mit schwachem Sex Drive
- Asexuelle mit "normalem" Sex Drive
- Asexuelle mit schwachem Sex Drive
Sexuelle Menschen mit schwachem Sex Drive sind zum Beispiel Personen, die Sex nicht unbedingt vermissen, wenn sie eine Weile keinen haben. Und auch Leute, die eher faul sind was Sex angeht - sie müssen sich in einer Beziehung zum Beispiel eher dazu "aufraffen" Sex zu haben, finden ihren Partner (und andere) aber durchaus sexuell anziehend.
Bei Asexuellen ist es weniger ein "Problem", wenn sie einen schwachen Sex Drive haben. Sie empfinden dadurch einfach weder anderen gegenüber sexuelle Anziehung, noch das Bedürfnis nach sexueller Stimulation.
(Allerdings können auch diese Menschen Sex haben!)
Bei Asexuellen mit Sex Drive kann es manchmal zu Verwirrung kommen. Man will zwar, dass z.B. die Genitalien stimuliert werden, aber nicht wirklich von anderen Personen. Das sind dann z.B. die Asexuellen, die masturbieren.
Manche Asexuelle in Beziehungen mit sexuellen Personen nutzen ihren Sex Drive dazu, mit ihrem Partner Sex zu haben, weil sie trotz fehlender sexueller (!) Anziehung den Sex Drive als "Motivator" haben.
Ich als Asexuelle kann nur von außen darüber reden, wie sich sexuelle Anziehung wohl anfühlt. Ich habe schon Erzählungen/Erklärungen gehört und gelesen, aber ich kann mir echt nicht vorstellen wie es ist diese Art der Anziehung wirklich zu fühlen!
Viele Asexuelle - auch ich - wurde bei Outings gefragt, ob wir sicher sind, dass mit unseren Hormonen und Körpern alles in Ordnung ist; ob wir deswegen schonmal bei einem Arzt waren. Aber diese Leute verstehen meistens nicht, was sexuelle Anziehung ist.
Natürlich gibt es auch Menschen, die "nur" einen sehr schwachen, kaum vorhandenen Sex Drive haben und sich asexuell nennen, weil sie den Unterschied nicht kennen. Von mir aus kann sich jede/r als das bezeichnen was sie/er will. Dafür muss man keine Liste an Kriterien erfüllen.
Die Asexuellen-Community nimmt auch gerne die Menschen auf, die einen sehr niedrigen Sex Drive haben. Wir sind da nicht so ;-)
Disclaimer: dieser Blogeintrag basiert auf meiner Online-Recherche, meiner eigenen Erfahrung und der Erzählung anderer Asexueller - falls irgendwas davon falsch ist tut es mir leid und ich bin froh um jedes Input, von dem ich mehr lernen kann!
Samstag, 3. Februar 2018
Asexualität ist nicht leicht.
Asexualität ist nicht leicht.
Es ist nicht leicht, zu denken, dass etwas mit dir nicht stimmt,
nur, weil du das Wort noch nie gehört hast.
Es ist nicht leicht von etwas umgeben zu sein, an dem man nicht interessiert ist.
Es ist nicht leicht, zu akzeptieren, dass man nicht kaputt ist.
Asexualität ist nicht leicht.
Es bedeutet, keine Repräsentation zu haben.
Es bedeutet, sich erklären zu müssen, jedes mal wenn man sich outet,
nur, weil Menschen das Wort noch nie gehört haben.
Es bedeutet, gefragt zu werden, wie man ohne Sex leben kann,
Es bedeutet, sehr persönliche Fragen gestellt zu bekommen,
aber sie trotzdem zu beantworten, weil Repräsentation wichtig ist.
Es bedeutet, gesagt zu bekommen, dass 1% keine bedeutende Zahl ist.
Es bedeutet, Menschen glauben dir nicht.
Asexualität ist nicht leicht.
Es ist nicht leicht, gesagt zu bekommen, dass man nicht lieben kann,
oder gesagt zu bekommen, dass das A (in LGBTQIA+) für "Ally" [=Verbündeter] steht.
Asexualität bedeutet, nicht vollkommen als "queer" anerkannt zu werden,
oder als "straight" [=hetero]
Es bedeutet, gesagt zu bekommen, dass man noch nicht die richtige Person gefunden hat,
und gefragt zu werden, wie man sich sicher sein kann, wenn man es nie probiert hat.
Es ist nicht leicht, von etwas umgeben zu sein, das einem unangenehm ist.
Es ist nicht leicht, sich schuldig zu fühlen, weil man sich nicht gleich am Anfang einer Beziehung geoutet hat.
Es bedeutet, nach Repräsentation zu fragen und alles über LGBT zu erfahren.
Asexualität ist nicht leicht.
Es bedeutet, Menschen verstehen dich nicht,
oder Menschen versuchen nicht einmal, dich zu verstehen.
Es bedeutet, Menschen dringen in deine Privatsphäre ein,
und missachten deine persönlichen Grenzen.
Es bedeutet, schmutzige Witze nicht zu verstehen,
und es bedeutet, peinlich berührt zu sein, wenn jemand dir einen Witz erklärt, den du verstanden hast,
oder jemand, der dir sagt, dass du es nicht verstehen kannst, weil du asexuell bist.
Asexualität ist nicht leicht.
Es bedeutet, sich schuldig zu fühlen, weil man ist, wie man ist,
und Angst zu haben, dass ein Outing Beziehungen zerstören wird.
Es bedeutet, anders behandelt zu werden, nachdem man sich geoutet hat,
weil du es bist.
Es bedeutet, Menschen erzählen es anderen, bei denen du dich nicht geoutet hast,
weil es keine große Sache ist.
Aber es ist eine große Sache für mich.
Asexualität bedeutet, das Wort zu finden,
es bedeutet, seine Identität zu finden und sich sofort kaputt zu fühlen.
Aber zu wissen, dass man damit klar kommen muss.
Es bedeutet, Freunde werden sich unwohl fühlen, weil du dich damit identifizierst.
Es bedeutet, gesagt zu bekommen, dass man sich selbst belügt.
Asexualität ist nicht leicht.
Aber das bin ich.
Ich bin es.
Und ich bin stolz darauf, asexuell zu sein.
Hier findet ihr den originalen Text:
http://thehumorousace.tumblr.com/post/167925580211/asexuality-is-not-easy
Dienstag, 23. Januar 2018
Outing-Blockade
Wenn men bedenkt, dass ich erst seit knapp 2 Jahren selber Bescheid weiß, habe ich mich schon richtig oft geoutet.
Treibende Motivationen dahinter waren, dass ich gerne ich selbst bin und mich nicht verstecken will und, dass ich meinen Freunden und Familienmitgliedern gegenüber fast nichts verheimlichen kann.
Ich persönlich finde, Asexualität ist genau so "viel wert" wie jede andere sexuelle Orientierung und jedes Outing kann seine Probleme mit sich bringen. Zum Beispiel:
- wenn eine lesbische Frau sich bei ihren Freundinnen outet, gibt es Reaktionen wie "aber nicht, dass du dich jetzt zu mir hingezogen fühlst.."
(Das ist eine völlig unnötige Angst, weil man nicht automatisch allen Menschen des "passendes Geschlechts" gegenüber Anziehung empfindet.)
- Pansexuelle (=sexuelle Anziehung basiert nicht auf der Geschlechtsidentität ihres Gegenübers) werden manchmal gefragt, wo ihre Anziehung denn endet - ob sie auch Tiere anziehend finden.
(Das ist natürlich eine richtig, richtig verletzende und dumme Aussage)
In den letzten Jahren sind die Menschen in unserer "westlichen Welt" zum Glück immer offener geworden, was sexuelle Orientierungen betrifft. Homosexualität wir meistens akzeptiert oder zumindest toleriert. An der Akzeptanz von Bi- und Pansexualität und auch verschiedenen Genderidentitäten wird noch gearbeitet, aber ich denke wir sind auf einem guten Weg.
Aber mir ist in meinem eigenen Leben und beim Lesen vieler Blogeinträge und Artikel über Asexualität wieder einmal aufgefallen, dass asexuelle (und aromantische) Menschen bei ihrem Outing eine zusätzliche Schwierigkeit haben:
Wir müssen erklären was das bedeutet.
Wenn jemand sagt er sei schwul, weiß jeder, er findet Männer anziehend.
Wenn jemand sagt er sei bisexuell, verwirrt das zwar immer noch einige homo-, hetero- und asexuelle, aber im Grunde verstehen alle, dass diese Person sowohl Männer als auch Frauen anziehend findet.
Aber "ASEXUELL" haben die meisten noch nicht einmal gehört! (mit Außnahme von der asexuellen/ungeschlechtlichen Fortpflanzung mancher Lebewesen, die man im Biologieunterricht gelernt hat, aber das ist was anderes..)
Sogar bei den LGBT-offensten Menschen musste ich noch genauer erklären, was "Asexualität" überhaupt ist.
Meistens ist das zwar etwas nervig, aber alles nicht wirklich ein Problem. Die Leute bei denen ich mich bisher persönlich geoutet habe, waren alles Freunde und Familienmitglieder. Die haben geduldig zugehört und versucht meine Erklärung zu verstehen und nachgefragt, wenn etwas unklar war. Manche Fragen kommen erst nach einiger Zeit - dafür habe ich natürlich auch Verständnis und bin immer bereit Dinge zu erklären.
ABER schwierig wird das ganze, wenn ich bei jemandem geoutet werde/bin, der nicht versteht, was das alles bedeutet, mir keine Chance gibt es zu erklären und womöglich falsche Annahmen verbreitet.
Genau das ist beispielsweise der Hauptgrund dafür, dass ich in der neuen Firma bis auf weiteres ungeoutet bleiben will. Wenn es ein paar Menschen erfahren, spricht es sich bestimmt rumm und ich habe keine Möglichkeit alle Kollegen hinzusetzen und ihnen meine Orientierung zu erklären. Und ich bezweifle, dass sich mehr als 3-4 Personen die Mühe machen meinen Blog zu lesen.
Vielleicht trau ich meinen Kollegen zu wenig zu, aber ich bin da lieber etwas vorsichtig, bevor sich seltsame, unwahre Gerüchte verbreiten. Und vor allem will ich nicht, dass Menschen von der Existenz von Asexualität wissen, aber etwas falsches darunter verstehen.
Um nochmal kurz zum Hauptthema zurückzukommen:
Asexuelle haben es relativ schwer wenn sie sich outen. Um das zu ändern müssen wir alle gemeinsam "anpacken" und für mehr Aufmerksamkeit sorgen.
Also bitte redet darüber (wenn es ins Gespräch passt) & teilt den Blog! :)
Freitag, 22. Dezember 2017
Un-geoutet - alles nochmal von vorne.
Ich habe vor ein paar Monaten mit einem neuen Job angefangen. Da hab ich viel zu tun und ich komm deshalb wirklich kaum dazu, neue Blogeinträge zu schreiben.
Ich entschuldige mich also hiermit für meine lange Abwesenheit!
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Ich bin eigentlich überall geoutet:
In der Familie, in den verschiedenen Freundeskreisen,.... Dank diesem Blog und meiner guten Beziehung zu ihnen sogar bei meinen ehemaligen Arbeitskollegen!
Aber vor 3 Monaten habe ich bei einer neuen Firma angefangen und habe beschlossen, mich zwar nicht als Sexuelle auszugeben, aber mich auch nicht gleich zu outen.
Ich wollte nicht, dass ich als "die Prüde" oder so etwas gelte, nur weil sich manche Arbeitskollegen nicht die Mühe geben es zu verstehen.
Und wie eigentlich immer, wenn man ungeoutet ist, gehen die Mitmenschen davon aus, dass man heterosexuell ist.
Mich als hetero zu sehen ist nicht schlimm. Es ist ja auch sehr nah an der Wahrheit dran! Und meistens bespricht man (zum Glück) sowieso nicht sein Sexleben mit (neuen) Arbeitskollegen.
Allerdings sind bestimmte Gespräche schon vorgekommen und die haben dazu gesorgt, dass ich mich nicht ganz wohl gefühlt habe in meiner Haut.
Zum Beispiel hat eine Arbeitskollegin zu mir und einer weiteren Kollegin gesagt "...naja, nach ein paar Jahren Beziehung wird der Sex meistens langweilig. Da muss man schauen, wie man sonst mit dem Partner klar kommt!"
Und da bin ich nur kommentarlos daneben gesessen und wusste nicht wirklich, was ich denken oder sagen soll.
Ein anderes Mal wurde die Tinder-Aktivität eines Kollegen relativ ausführlich besprochen. Das wurde mir auch irgendwann unangenehm, weil er Sex wie eine Art "Sportart für jeden" behandelt hat. Und für mich ist das eben ziemlich unvorstellbar.
Der neue Job ist toll und meine Arbeitskollegen sehr lieb. Also wäre die Grundlage für ein Outing schon vorhanden. Aber ich habe eben noch Angst davor, dass es einige nicht verstehen könnten und ich dann mit anderen Augen gesehen werde.
Und das kann man als "die Neue" nicht unbedingt brauchen.
Deshalb verstecke ich momentan noch einen Teil meiner Persönlichkeit. Aber ich hasse das immer wieder! Ich bin einfach gerne 100% ich selbst. Und ungeoutet bin ich das einfach nicht.
Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ungeouteten Menschen geht, die in einer Beziehung mit einem gleichgeschlechtlichen Partner sind und nicht offen über ihre Beziehung reden können. Das muss noch einige Stufen schlimmer sein.
Noch ein Grund mehr also, für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen, damit meine queeren Mitmenschen in Zukunft noch offener sie selbst sein können - in allen Lebenslagen!
Donnerstag, 19. Oktober 2017
Wann?
Nachdem ich vor kurzem einen Artikel darüber gelesen habe, dass wir (dringend) bessere asexuelle Charaktere in Serien und Filmen brauchen (Artikel-Link). Habe ich die darin empfohlene Serie Riverdale angefangen.
Laut dem Artikel gibt es in der Comic-Vorlage zur Serie einen offen asexuellen und a- bzw. Demiromantischen Charakter.
Zu Beginn der Serie wirkt der Charakter auch sehr aroace (=Kurzform von aromantisch + asexuell), doch leider ändert sich das gegen Ende der 1.Staffel.
Dass er demiromantisch (und auch demisexuell) ist, kann man zwar noch nicht ausschließen - zum Glück!! - aber asexuell ist für mich leider keine Möglichkeit mehr.
Ich habe daraufhin einer Freundin geschrieben, die auch Riverdale schaut und ihr meine Enttäuschung geschildert. Außerdem wurde dieses Thema auch gestern auf einer aroace-Facebookseite diskutiert.. Sowohl meine Freundin, als auch Leute auf der Facebookseite haben versucht mich mit dem Argument "Demisexuell ist noch nicht ausgeschlossen" aufzuheitern, aber leider hilft mir das nur wenig.
Nach einem Alien, einem Vampir, zwei Soziopathen und einem Zeichentrickcharakter (Doctor Who, Shadowhunters, Sherlock & Big Bang Theory, Bojack Horseman) wäre Jughead aus "Riverdale" die erste Chance gewesen, einen menschlichen (zwar auch psychisch nicht komplett gesunden, aber nah genug dran) offen asexuellen & aromantischen Charakter zu haben mit dem ich mich (zumindest was den sexuellen Teil angeht) identifizieren kann.
Cole Sprouse, der Jughead in der Serie verkörpert, war von Anfang an dafür, den Charakter so wie in den Comics darzustellen. Anscheinend hatte er deswegen sogar Gespräche mit den Produzenten. Aber leider hat man nicht auf ihn gehört. Bisher - wie er sagt - aber später ist es für mich nur noch eine Art Schadensbegrenzung.
Diese Woche ist "Asexual Awareness Week" - also eine Woche die dazu da ist, mehr Aufmerksamkeit für meine sexuelle Orientierung zu schaffen.
Und ich fand das ist genau der richtige Zeitpunkt für diesen Eintrag.
Als jemand, der in der Medienbranche arbeitet, bin ich ziemlich enttäuscht davon, wie meine Sexualität einfach übersehen oder ignoriert wird. Im besten Fall werden wir von "Freaks" repräsentiert, unsere Sexualität ist Folge einer Krankheit und kann ZUM GLÜCK geheilt werden (danke, Dr. House) oder enden als dummer Witz einer Comedyserie.
Ich freue mich wirklich auf den Tag, an dem ein menschlicher Charakter, der Freunde und sein Leben mehr oder weniger im Griff hat, das Wort "asexuell" verwendet, um sich bei jemandem zu outen. Damit das passiert müssen wir allerdings noch viel mehr Aufmerksamkeit bekommen!
Aber ich bin hoffnungsvoll dass wir das schaffen!
...nur wann?
Edit: nachdem ich heut noch mehr darüber nachgedacht habe und auf Charaktere hingewiesen wurde, die als asexuell gesehen werden können, möchte ich folgendes noch hinzufügen:
Ich denke, es gibt bereits (menschliche) asexuelle Charaktere in Filmen und Serien. Nur, solange die Menschen nicht offen darüber reden, dass sie keine sexuelle Anziehung spüren, kann man sich dessen nicht sicher sein.
Und am allerbesten wäre es natürlich, wenn endlich mal Charaktere damit anfangen würden das Wort "ASEXUELL" zu verwenden. Ansonsten können sie nämlich immer noch missverstanden werden.
Dienstag, 10. Oktober 2017
Coming Out Tipps
Das heißt es jährt sich zum ersten mal mein öffentliches Coming Out auf Facebook und der Beginn dieses Blogs.
Wenn du noch nicht genau weißt welches "Label" zutrifft, (ob du beispielsweise demi- oder auch asexuell.. Vielleicht auch "nur" schüchterne/r Homosexuelle/r oder irgendwas anderes sein willst) oder du von den ganzen Orientierungen die es mitlerweile gibt überfordert und verwirrt bist, dann kannst du dich natürlich auch schon outen. Nur stelle ich es mir dann etwas schwieriger vor und ich rate dir, dann nicht bei den konservativen Großeltern, sondern eher bei einem guten Freund anzufangen.
Du musst kein "Drehbuch" im Kopf haben an das du dich hälst, aber ich fand es hilfreich - vor allem beim Outing meiner Familie gegenüber - eine Checkliste im Kopf zu haben, die ich durchgegangen bin.
Viele Fragen waren auch einfach wichtig, damit mein Gegenüber das alles verstanden hat, aber nicht alle waren leicht zu beantworten! Sei also vorbereitet auf alles, aber antworte nur darauf wenn es dir nicht zu unangenehm ist! Keiner hat das "Recht" alles zu wissen, nur weil du deine romantische/sexuelle Orientierung geteilt hast.
Egal ob du 12 bist, 25 oder 60 - wenn du findest, eine Orientierung beschreibt dich, dann nimm sie an! Und wenn dann doch einmal eine Person kommt, für die du plötzlich Dinge empfindest, die du nicht für möglich gefunden hast, dann ist das eben so! Aber dann heißt das nicht, dass deine Orientierung (bis zu dem Zeitpunkt) nicht trotzdem wichtig und wahr war!
Es gibt leider viel zu viele Geschichten von Asexuellen, die nach ihrem Outing in einer Beziehung von einem Partner zu Sex gezwungen wurden - nach dem Motto "was sagst du da - du findest mich sexuell nicht anziehend?!"
Und eben wenn man sich bei extrem homophoben Eltern als homo-irgendwas outet, kann das auch sehr böse enden.
Also wenn du begründete Ängste hast, dass dein Outing zu psychischer oder physischer Gewalt führen könnte, pass lieber auf dich auf!
Montag, 18. September 2017
DEMI-sexuell/-romantisch/...
Ich denke in letzter Zeit viel über Demisexualität nach und bevor ich diese Orientierung in meinem Blog anspreche, ohne euch zuerst eine gute Erklärung dazu zu liefern, mach ich das lieber jetzt ausführlich.
![]() |
| Die Flagge der Demisexuellen - sie enthält die selben Farben wie die Asexuellenflagge, die Farben sind allerdings hier anders angeordnet |
Zuerst muss ich euch allerdings mitteilen, dass ich keine eigene Erfahrung mit Demisexualität habe (ich sehe mich selbst weiterhin als durch und durch asexuell) und ich deshalb nur weitergeben kann, was ich gelesen oder auf YouTube gesehen habe.
Asexualität ist wie gesagt ein Spektrum und Demisexualität ist ein Teil davon. Manche Demisexuelle nennen sich manchmal auch "Grey-Ace" (=Grau/Grauzonen-asexuell), das heißt allerdings nicht, dass alle Grey-Aces demisexuell sind. Das ganze ist wirklich schwierig zu verstehen und noch schwieriger zu erklären.
Das Wort "Demi" kann man aus dem Lateinischen ableiten, oder auch aus dem alten Französisch oder Englisch - es wird entweder als "halbiert" oder "halb" übersetzt, in manchen Quellen auch als "mittig".
Als Demisexuell bezeichnen sich Menschen, die erst sexuelle Anziehung spüren, wenn sie eine starke emotionale Bindung zu einer Person haben. Dies kann eine romantische Bindung/Beziehung, aber auch eine Freundschaft sein.
Ich selbst habe über Demisexualität schon einige Jahre früher Artikel gelesen als über Asexualität und habe eine Zeit lang auch gedacht, ich könnte diese Orientierung als meine eigene sehen. Nur war ich dann wieder unsicher, als ich mich Männern emotional sehr nahe gefühlt habe und trotzdem keine sexuelle Anziehung gespürt habe. Deshalb habe ich beschlossen mich nicht als demi- und stattdessen als asexuell zu sehen. Falls ich doch einmal eine emotionale Bindung mit jemandem habe und daraus sexuelle Anziehung entsteht, kann ich mein "Label" ja immer noch ändern.
Auch hier gilt: demiromantische Menschen gehören zum Spektrum der Aromantik.
Für alle, die mehr wissen wollen und Englisch verstehen, habe ich hier noch einen Link zu einem sehr informativen Video:
Demisexuality 101
Achtung:
Ich werde im folgenden Absatz leichte Spoiler verraten, aber ich finde, dass sie nicht zu schlimm sind und die Serie auch mit den Spoilern spannend bleibt. Falls du allerdings total dagegen bist, irgendwas zu wissen bevor du die Serie siehst, empfehle ich dir die 1.Staffel zu sehen und dann kannst du beruhigt wieder zu diesem Blogeintrag zurückkommen :)
Ein Hauptcharakter der Serie ist Cosima, eine homosexuelle Frau. Sie verliebt sich in der 1.Staffel in eine Frau namens Delphine. Cosima küsst Delphine, weil sie deren Verhalten als flirten interpretiert hat. Jedoch hat sich Delphine bis dahin als Heterosexuell gesehen und war auf den Kuss nicht vorbereitet. Aus verschiedenen Gründen kommt sie jedoch nach dem Kuss wieder zu Cosima und es entsteht ein Gespräch in dem Delphine folgendes sagt:
"Bisexualität war nie ein Thema. Ich meine, was mich angeht. Mir als Wissenschaftlerin ist klar, dass Sexualität ein Spektrum ist. Aber Vorbehalte der Gesellschaft, die prägen eine Ausrichtung. Ganz unabhängig von biologischen Fakten."
Anschließen haben die beiden Sex und starten eine romantische Beziehung.
Als ich die ersten beiden Staffeln zuerst gesehen habe, wusste ich noch nicht viel von den verschiedenen sexuellen (und romantischen) Orientierungen. Deshalb habe ich über Delphines "Wandel" nicht besonders viel nachgedacht. Ich habe vor kurzem die Serie noch einmal von vorne gesehen und jetzt - nach allem was ich in den letzten 1,5 Jahren gelernt habe - gibt es für mich 2 mögliche Erklärungen, wieso diese Beziehung entstanden ist:
1. Sexualität ist fließend & wandelbar. Menschen können ihre sexuelle Orientierung zwar nicht selber beeinflussen oder ändern, aber manchmal passiert es einfach. Vielleicht war Delphine ihre ganze Jugend heterosexuell und plötzlich (ungefähr in der Zeit als sie Cosima kennengelernt hat) war sie dann doch eher bisexuell.
oder
2. (meine Theorie) es gibt auch noch "Demi-Stufen" von anderen Orientierungen.
ALSO wenn jemand z.B. sein ganzes Leben heteroromantische und -sexuelle Gefühle hatte und dann (wie bei Delphine) eine starke emotionale Bindung mit einer Person des gleichen Geschlechts empfindet, aus der plötzlich sexuelle und romantische Anziehung entsteht.
Wie genial wäre es, wenn wir wirklich auch noch Demi-irgendwas ZUSÄTZLICH zu unseren anderen Orientierungen sein könnten???
Also, wenn ich asexuell, heteroromantisch UND "demi-bi-romantisch" sein könnte!
Ich finde diese Theorie jedenfalls ziemlich spannend!
Ich hoffe das macht alles irgendwie Sinn und ich habe euch nicht komplett überfordert.
Achja: und wer jetzt mit Argumenten kommen will, dass die Liebe zwischen den Charakteren nicht echt bzw. realistisch war, dem lege ich es nahe eine liebe Freundin von mir zu kontaktieren, die sich in ihrer Bachelorarbeit sehr intensiv damit befasst hat. Sie oder ihre Arbeit sind sehr überzeugend! :)
Und ja, uns ist bewusst, dass es sich um fiktionale Charaktere handelt! Aber die sexuellen Orientierungen in der Serie sind sehr wohl auch in der realen Welt vorhanden.
Dienstag, 27. Juni 2017
Sexuelle Orientierung ≠ romantische Orientierung
Vor ein paar Wochen hat sich jemand bei mir geoutet. Diese Person hatte leichte Schwierigkeiten ihre Orientierung in Worte zu fassen, weil sie irgendwie "Bi" ist und irgendwie auch nicht.
Ich dachte zuerst auch, dass ich nicht asexuell sein kann, denn immerhin bin ich in der Lage mich in Männer zu verlieben!
Was das andere Geschlecht angeht ist diese Person - einfach ausgedrückt - asexuell.
Aber zu sagen "ich bin biromantisch, homo-/heterosexuell und asexuell wenns um [Geschlecht] geht" ist eben kompliziert und bringt vermutlich sehr viel Erklärungsbedarf mit sich.
(Wie gut das Beispiel ist kann ich nichr beurteilen, ich finde es macht Sinn :P)
Du findest sie ästhetisch anziehend/attraktiv, aber nicht romantisch oder sexuell.
Dein Empfinden welche/s Geschlecht/er du gutaussehend finden kannst unterscheidet sich also von deiner sexuellen Orientierung.
Donnerstag, 25. Mai 2017
Ein Aufruf
Heute vor genau einem Jahr habe ich mich das erste Mal mit Asexualität auseinandergesetzt. Ich hab mich 'damals' gefühlt wie neu geboren!
Morgen jährt sich dann mein 1.Outing und ich möchte an dieser Stelle meiner besten Freundin dafür danken dass sie diesen Meilenstein so unfassbar leicht gemacht hat. <3
Ich habe in diesem Jahr einige Gespräche über meine sexuelle Orientierung geführt und zahlreiche Fragen beantwortet.. Aber trotzdem merke ich, dass viele immer noch nicht ganz verstehen was das alles bedeutet und wie man damit umgehen soll.
Deshalb, mein Aufruf an alle von euch denen ich wichtig bin:
REDET MIT MIR!! Stellt Fragen, setzt euch mit mir auseinander und hört auf voreilige Schlüsse zu ziehen.
Ich bin froh wenn ich offen reden darf und finds toll wenn ich meinen Mitmenschen das ganze näher bringen kann..
Und wenn es wirklich stimmt dass 1% der Weltbevölkerung sich mit einer der Orientierungen des Asexuellenspektrums identifizieren kann, dann ist es sehr wahrscheinlich dass ihr noch öfter aus "Menschen wie mich" stoßen werdet!
Also informiert euch bei mir um es dem nächsten Asexuellen in eurem Leben leichter zu machen!
Freitag, 14. April 2017
(online) dating
Also: online dating.
Das klingt leichter bzw. unkomplizierter als es ist. Denn die gewöhnlichen Onlineplattformen auf denen meine Freunde sich bewegen *hust* Tinder *hust-hust* oder die Seiten die im Fernsehen beworben werden (Parship, Elitepartner,...) sind eher für die sexuelle Bevölkerung gedacht.
Ich habe mir zwar überlegt, ob ich mich bei einer davon anmelden und mich "einfach" in der Personenbeschreibung outen soll, aber ich habe dann doch zu viel Angst davor zu viele negative Reaktionen zu bekommen.
Und dann?
Im Umkreis von 50km (!) gabs EIN aktives Mitglied, das meinen gesuchten Angaben entsprach.
Nachdem ich die Einstellungen zu "auch nicht perfekte Treffer anzeigen" geändert habe, waren 5 Männer innerhalb eines 60km (!) Radius gefunden. Allerdings waren 3 davon aus verschiedenen Gründen (zu alt, inaktiv,...) ZU unpassend. Unter den verbleibenden 2 ist natürlich wieder das selbe Mitglied wie bei der ersten Suche.
Na toll. Also ist meine Auswahl bei dieser Seite - wenn ich keine Fernbeziehung starten will - ziiiiemlich begrenzt.
Dann habe ich eine andere, internationale Datingseite für Asexuelle gefunden: Asexualitic
Mit der begrenzten Mitgliedschaft kann ich leider keine Mitglieder direkt anschreiben und auch keinen Gruppen beitreten.
Aber ich habe einen Weg gefunden trotzdem Menschen mit dieser Plattform kennenzulernen. Ich habe auf meinem Profil ein paar Wege aufgelistet wie man mich kontaktieren kann und bin in der Lage Freundschaftsanfragen zu verschicken. Manche Männer haben ebenfalls Konktaktmöglichkeiten aufgelistet.
Das klingt soweit alles nicht schlecht. Nur leider ist diese Plattform wie gesagt international. Und 99,5% der Männer darauf wohnen nicht in Deutschland. Und die wenigen Deutschen die diese Seite nutzen leben hunderte Kilometer entfernt oder haben so gut wie keine Gemeinsamkeiten mit mir. :(
Naja. Ich habe trotzdem mit 5 Männern Kontakt aufgebaut und versucht sie besser kennenzulernen. Aber wie es scheint bin ich nicht die einzige, die keine Lust darauf hat eine Fernbeziehung aufzubauen.
Mir bleibt also momentan zu hoffen, dass ich doch noch Glück habe und jemanden online kennenlerne, der nicht zu weit weg wohnt und außerdem noch Interessen mit mir teilt oder ich ziehe nach Großbritannien oder Irland - da gibts nämlich richtig attraktive Asexuelle ;-)
Fakt ist wenn sich auf dem Gebiet was entwickelt werdet ihr es hier sehr wahrscheinlich erfahren!
Mittwoch, 22. Februar 2017
Negativität, Hass, Ignoranz,... Wie wär's mit Offenheit?
Viele sprechen solche Vermutungen nicht aus. Aber ich weiß, dass mehrere Leute schon sowas gedacht haben. Teilweise wegen meinen kurzen Haaren (ja, manche Menschen sind wirklich so voreingenommen!) und teilweise, weil ich mich schon länger für die Rechte der LGBTQ+ Community einsetze und öfter über solche Themen spreche als viele anscheinend von Heteros erwarten.
Das ist alles was man braucht um ohne Sexismus, Homophobie und Rassismus durch die Welt zu gehen. Wenn jeder einzelne Mensch offen wäre für die Vielfalt die unsere Welt zu bieten hat wäre das Leben von allen viel schöner.
Aber auch wenn ich nicht verstehe wie man meinen Lieblingshelden nicht mögen kann, akzeptiere ich die Gefühle und Meinungen dieser Personen.
Dieses Wort verfolgt mich nun schon seit Wochen... Und weil es mich nicht loslässt werde ich es verbreiten und versuchen, es in die Köpfe vieler meiner Mitmenschen zu pflanzen.
Vielleicht schaffe ich es ja damit zumindest ein paar wenigen die Augen zu öffnen. :)
Freitag, 20. Januar 2017
Dates
- Ich nenne den Typen im Folgenden Alex, obwohl das nicht sein richtiger Name ist -
Alex war beim kennenlernen sehr sympathisch und ich habe mich sehr darauf gefreut mehr über ihn zu erfahren. Wir trafen und zum Frühstück und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Auch mit der körperlichen Nähe zu ihm hatte ich keine Probleme und fand sie sehr schön.
Nach einer Weile machte er aber ein paar Kommentare und Annäherungsversuche, die mir schnell zu viel wurden. Ich bin kurze Zeit später nach Hause gefahren.
Auf dem Heimweg hatte ich gemischte Gefühle. Ich fand Alex sehr sympathisch und interessant, aber war mir nach den Annäherungen nicht sicher was genau seine Absichten waren. Ich habe daraufhin beschlossen mich beim 2.Date zu outen, damit er sofort weiß womit er bei mir rechnen kann und was nicht möglich ist.
Aber so wie ich nunmal bin habe ich noch am selben Tag nach Geschichten anderer Asexueller gesucht, die sich in der selben Situation befanden um zu sehen ob das 2. Date nicht doch zu früh ist für ein Outing. Was ich fand waren vor allem Geschichten Sexueller, welche ihre Erfahrungen mit Asexuellen beschrieben haben. Daraus ging hervor, dass sich viele gewünscht hätten und auch in Zukunft wünschen würden so früh wie möglich die Wahrheit zu erfahren. Viele davon haben kurz darauf allerdings den Kontakt zu den asexuellen potentiellen Partnern abgebrochen, weil für sie ein Leben ohne (regelmäßigen) Sex nicht vorstellbar war.
Ich hatte nach dieser "Recherche" Angst Alex abzuschrecken und durch ein Outing zu verlieren, aber meine Abneigung gegen sexuelle Anspielungen war zu groß um länger zu warten.
Also habe ich nervös das nächste Treffen abgewartet. Jedoch kam sowieso alle nicht so wie ich es geplant hatte..
Alex arbeitet nämlich 5x die Woche Nachtschicht.. Tagsüber schläft er meistens und hat nicht besonders viel Zeit für... nennen wir es mal 'soziale Kontakte' ;)
Ich war offen dafür ihn auch nur für 1 Stunde oder so zu treffen, Hauptsache wir sehen uns und ich kann mit ihm über alles reden.
Mein Vorschlag für ein Treffen war "Kaffee trinken gehen". Seine Vorschläge gingen alle in Richtung "Ich komm nach meiner Schicht zu dir!" Da ich aber in einer 1-Zimmer Wohnung lebe bedeutet "bei mir" immer Bettnähe. Und das war mir dann doch zu riskant.
Ich habe also weiterhin versucht ihn auf "neutralem Boden" zu treffen. Plötzlich wollte er das Treffen absagen, weil ich mich nicht auf seine Vorschläge eingelassen habe. Um ihm zu erklären wieso ich mich nicht bei mir oder bei ihm treffen wollte, habe ich ihm gesagt, dass ich mir nicht mehr sicher bin was seine Absichten mir gegenüber sind und mich das nervös macht.
Seine folgende Reaktion hat mich sehr, sehr geschockt und abgeschreckt: Er nannte mich "voreingenommen" und meinte er hätte es nicht nötig mich unter Vorwand zu ihm zu locken um mich - wortwörtlich - "zu ficken".
Ja, genau.
So schnell kann man sich bei mir unbeliebt machen.
Für mich war damit eigentlich alles vorbei. Wer solche Wörter so einfach in den Mund nimmt und sie mir an den Kopf wirft ist sowieso kein Mensch mit dem ich mir eine Zukunft vorstellen kann.
Das ganze war dann 2 Tage später tatsächlich vorbei, da er mir auch keine Chance mehr gegeben hat meine Unsicherheit zu erklären und er durchgehend schlecht gelaunt war.
Keine Sorge, Menschen die jetzt vielleicht denken ich bin todtraurig, jemand wie Alex ist es eindeutig nicht wert mich als Menschen besser kennen lernen und ich bin froh dass ich eine meiner intimsten Eigenschaften nicht mit ihm geteilt habe.
Ich werde weiterhin suchen/warten bis ich jemanden vor mir habe, der mich und meine Persönlichkeit liebt und mit meiner sexuellen Orientierung klar kommt.
Und wann ich mich dann oute kommt auf den Moment an und wie ich die Person einschätze.
Ihr könnt euch jedenfalls sicher sein dass ich darüber schreiben werde, wenn ich mich einem Mann gegenüber oute ;)
Wenn ihr wollt würde ich mich über Kommentare freuen in denen ihr mir erzählt welchen Zeitpunkt ihr für ein solches Outing wählen würdet!
Danke :)
Sonntag, 11. Dezember 2016
Falsche Annahme: "Asexuelle haben keinen Sex"
Noch einmal zur Erinnerung: asexuell zu sein bedeutet, dass man keine sexuelle Anziehung empfindet, NICHT dass man keinen Sex hat.
Asexuelle haben trotzdem alle Körperteile und -funktionen die man für sexuelle Handlungen benötigt. Manche empfinden sogar ein gewisses Maß an Sexualtrieb, den sie auf verschiedene Weisen ausleben.
Die Frage, ob Asexuelle masturbieren wird mir und allen anderen Asexuellen sehr oft gestellt. (ja, wirklich!) Ich finde diese Frage ist echt unverschämt und denke, sie sollte nicht gestellt werden. Aber ich verstehe natürlich auch die Neugier der Menschen. Also beantworte ich diese Frage so allgemein und ehrlich wie möglich: Es kommt auf den Menschen an. Manche tun es, andere nicht.
Diejenigen die es tun haben unterschiedliche Beweggründe. Beispielsweise, weil sie einen Sexualtrieb haben, den aber durch ihre sexuelle Orientierung nicht mit anderen ausleben möchten. Andere tun es aus Neugier oder zur Entspannung.
Nun da wir das geklärt haben: zum eigentlichen Thema dieses Eintrags!
Die Annahme Asexuelle hätten keinen Sex ist falsch. Viele Asexuelle haben Sex!
Gründe dafür sind unter anderem:
- Unwissenheit: die Personen wissen nicht dass sie Asexuell sind und denken sie 'müssten' Sex haben weil das jeder andere auch tut
- Kinderwunsch: Viele Asexuelle die auf natürlichem Weg ein Kind bekommen möchten entscheiden sich dafür Sex zu haben
- Beziehungen: Manche Asexuelle in Beziehungen mit Sexuellen entscheiden sich dafür Sex zu haben. Viele davon begründen dies damit, dass sie sich ihrem Partner dadurch "noch näher" fühlen können
- Neugier: Manche Asexuelle haben beispielsweise Sex um herauszufinden, wovon ihre sexuellen Freunde/Bekannte/... sprechen
- Spaß: Es gibt Asexuelle die Spaß an Sex haben. Sexuelle Handlungen fühlen gut an und sie genießen es
Asexuelle die Sex haben sind trotzdem asexuell.
Und OB Asexuelle Sex haben oder nicht ist ganz und gar ihre Entscheidung und Privatsache.
Interessant zu wissen ist auch, dass es Asexuelle gibt welche von Sex "angewidert" sind und andere, die offen sind für Gespräche über Sex oder sogar dafür selber Sex zu haben.
Und egal welche Art von asexuell jemand ist: alles ist okay!






