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Mir ist es wichtig vielen Menschen von Asexualität zu erzählen und mögliche Vorurteile und Unklarheiten zu beseitigen.
Für Fragen und (konstruktive) Kritik bin ich jederzeit offen!
Danke fürs Lesen :)
Klara
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Samstag, 3. Februar 2018

Asexualität ist nicht leicht.

Mein heutiger Blogeintrag ist eine Übersetzung eines Tumblr-Beitrages, den ich mir immer und immer wieder durchlese. Der Text wurde nicht von mir verfasst, spiegelt aber meine eigenen Gedanken und Gefühle sehr gut wieder. Ich habe den Beitrag sinngemäß übersetzt. Dabei habe ich meine eigenen Worte verwendet und Aussagen minimal angepasst.



Asexualität ist nicht leicht.

Es ist nicht leicht, zu denken, dass etwas mit dir nicht stimmt,

nur, weil du das Wort noch nie gehört hast.

Es ist nicht leicht von etwas umgeben zu sein, an dem man nicht interessiert ist.

Es ist nicht leicht, zu akzeptieren, dass man nicht kaputt ist.

Asexualität ist nicht leicht.

Es bedeutet, keine Repräsentation zu haben.

Es bedeutet, sich erklären zu müssen, jedes mal wenn man sich outet,

nur, weil Menschen das Wort noch nie gehört haben.

Es bedeutet, gefragt zu werden, wie man ohne Sex leben kann,

Es bedeutet, sehr persönliche Fragen gestellt zu bekommen,

aber sie trotzdem zu beantworten, weil Repräsentation wichtig ist.

Es bedeutet, gesagt zu bekommen, dass 1% keine bedeutende Zahl ist.

Es bedeutet, Menschen glauben dir nicht.

Asexualität ist nicht leicht.

Es ist nicht leicht, gesagt zu bekommen, dass man nicht lieben kann,

oder gesagt zu bekommen, dass das A (in LGBTQIA+) für "Ally" [=Verbündeter] steht.

Asexualität bedeutet, nicht vollkommen als "queer" anerkannt zu werden,

oder als "straight" [=hetero]

Es bedeutet, gesagt zu bekommen, dass man noch nicht die richtige Person gefunden hat,

und gefragt zu werden, wie man sich sicher sein kann, wenn man es nie probiert hat.

Es ist nicht leicht, von etwas umgeben zu sein, das einem unangenehm ist.

Es ist nicht leicht, sich schuldig zu fühlen, weil man sich nicht gleich am Anfang einer Beziehung geoutet hat.

Es bedeutet, nach Repräsentation zu fragen und alles über LGBT zu erfahren.

Asexualität ist nicht leicht.

Es bedeutet, Menschen verstehen dich nicht,

oder Menschen versuchen nicht einmal, dich zu verstehen.

Es bedeutet, Menschen dringen in deine Privatsphäre ein,

und missachten deine persönlichen Grenzen.

Es bedeutet, schmutzige Witze nicht zu verstehen,

und es bedeutet, peinlich berührt zu sein, wenn jemand dir einen Witz erklärt, den du verstanden hast,

oder jemand, der dir sagt, dass du es nicht verstehen kannst, weil du asexuell bist.

Asexualität ist nicht leicht.

Es bedeutet, sich schuldig zu fühlen, weil man ist, wie man ist,

und Angst zu haben, dass ein Outing Beziehungen zerstören wird.

Es bedeutet, anders behandelt zu werden, nachdem man sich geoutet hat,

weil du es bist.

Es bedeutet, Menschen erzählen es anderen, bei denen du dich nicht geoutet hast,

weil es keine große Sache ist.

Aber es ist eine große Sache für mich.

Asexualität bedeutet, das Wort zu finden,

es bedeutet, seine Identität zu finden und sich sofort kaputt zu fühlen.

Aber zu wissen, dass man damit klar kommen muss.

Es bedeutet, Freunde werden sich unwohl fühlen, weil du dich damit identifizierst.

Es bedeutet, gesagt zu bekommen, dass man sich selbst belügt.

Asexualität ist nicht leicht.

Aber das bin ich.

Ich bin es.

Und ich bin stolz darauf, asexuell zu sein.




Hier findet ihr den originalen Text:
http://thehumorousace.tumblr.com/post/167925580211/asexuality-is-not-easy

Freitag, 22. Dezember 2017

Un-geoutet - alles nochmal von vorne.

Ich habe vor ein paar Monaten mit einem neuen Job angefangen. Da hab ich viel zu tun und ich komm deshalb wirklich kaum dazu, neue Blogeinträge zu schreiben.
Ich entschuldige mich also hiermit für meine lange Abwesenheit!

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Ich bin eigentlich überall geoutet:
In der Familie, in den verschiedenen Freundeskreisen,.... Dank diesem Blog und meiner guten Beziehung zu ihnen sogar bei meinen ehemaligen Arbeitskollegen!

Aber vor 3 Monaten habe ich bei einer neuen Firma angefangen und habe beschlossen, mich zwar nicht als Sexuelle auszugeben, aber mich auch nicht gleich zu outen.

Ich wollte nicht, dass ich als "die Prüde" oder so etwas gelte, nur weil sich manche Arbeitskollegen nicht die Mühe geben es zu verstehen.

Und wie eigentlich immer, wenn man ungeoutet ist, gehen die Mitmenschen davon aus, dass man heterosexuell ist.
Mich als hetero zu sehen ist nicht schlimm. Es ist ja auch sehr nah an der Wahrheit dran! Und meistens bespricht man (zum Glück) sowieso nicht sein Sexleben mit (neuen) Arbeitskollegen.

Allerdings sind bestimmte Gespräche schon vorgekommen und die haben dazu gesorgt, dass ich mich nicht ganz wohl gefühlt habe in meiner Haut.

Zum Beispiel hat eine Arbeitskollegin zu mir und einer weiteren Kollegin gesagt "...naja, nach ein paar Jahren Beziehung wird der Sex meistens langweilig. Da muss man schauen, wie man sonst mit dem Partner klar kommt!"
Und da bin ich nur kommentarlos daneben gesessen und wusste nicht wirklich, was ich denken oder sagen soll.

Ein anderes Mal wurde die Tinder-Aktivität eines Kollegen relativ ausführlich besprochen. Das wurde mir auch irgendwann unangenehm, weil er Sex wie eine Art "Sportart für jeden" behandelt hat. Und für mich ist das eben ziemlich unvorstellbar.

Der neue Job ist toll und meine Arbeitskollegen sehr lieb. Also wäre die Grundlage für ein Outing schon vorhanden. Aber ich habe eben noch Angst davor, dass es einige nicht verstehen könnten und ich dann mit anderen Augen gesehen werde.
Und das kann man als "die Neue" nicht unbedingt brauchen.

Deshalb verstecke ich momentan noch einen Teil meiner Persönlichkeit. Aber ich hasse das immer wieder! Ich bin einfach gerne 100% ich selbst. Und ungeoutet bin ich das einfach nicht.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ungeouteten Menschen geht, die in einer Beziehung mit einem gleichgeschlechtlichen Partner sind und nicht offen über ihre Beziehung reden können. Das muss noch einige Stufen schlimmer sein.

Noch ein Grund mehr also, für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen, damit meine queeren Mitmenschen in Zukunft noch offener sie selbst sein können - in allen Lebenslagen!